Winter(bade)zeit: Eisbaden und gesunde Alternativen

Pfarrer Kneipp hat es uns seiner Zeit in der eiskalten Donau vorgemacht und dadurch seine Tuberkuloseerkrankung vollständig heilen können: Baden im Eiswasser oder Poolschwimmen im Winter.

Was passiert dabei? Der Stoffwechsel wird sehr schnell aktiviert und der Blutzuckerspiegel sinkt sofort dramatisch, um die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur zu gewährleisten. Darüber hinaus wird der viel gesündere Fettstoffwechsel gleich mit angekurbelt und das Immunsystem gestärkt. Natürlich ist das Eisbaden nur etwas für besonders Hartgesottene und absolut Herz-Kreislauf-Gesunde. Gemessen: der Blutzuckerspiegel sinkt nach einer kalten Dusche oder dem Sprung in den kalten Pool um 20-30 mg/dl … das ist doch mal eine Nachricht auch für Diabeter, es dem Pfarrer Kneipp nachzutun, nicht wahr?

Sie müssen ja nicht gleich in die wilde Donau oder mit Putin in die Wolga springen.

Winterbaden – das ist berücksichtigen

Aber auch wenn man sich zur Kategorie der Gesunden zählt, so ist es dennoch wichtig, dass man sich nicht gleich überschätzt und zunächst nicht länger als wenige Sekunden oder Minuten im Wasser verweilt. Schließlich soll das Winterbad der Gesundheit dienen und diese nicht gefährden. Aus diesem Grund ist es auch immens wichtig, sich nicht schon vor dem Eintauchen zu unterkühlen. Deshalb: mit wärmender Kleidung warmhalten wie die Leistungsschwimmer bei Olympia das auch tun. Nach dem Sprung ins eiskalte Nass bitte sofort wieder gut einzupacken und zusätzlich gut bewegen. Das Risiko einer Unterkühlung wird so minimiert. Ebenso ratsam ist es, das Winterbad nicht alleine durchzuführen – Begleitpersonen oder eine Schwimmgruppe kann im Falle des Falles hilfreich sein.

Die gesunden Alternativen

Welche Möglichkeiten hat man alternativ zum Eisbaden? Eine weitere Methode den Stoffwechsel zu aktivieren wäre das Wechselbad in der Sauna oder die kalte Dusche. Menschen mit Bluthochdruck, Herzproblemen oder Ältere sollten aber auch dies möglichst moderat beginnen. Anfangs am besten nur an den Armen und Beinen. Wichtig ist, nicht in Extreme zu verfallen. Hier gilt: langsamer Anfang und ganz allmähliche Steigerung der Kältebehandlung über den gesamten Bereich der Extremitäten.

Eine weitere Option ist folgende Methode: Mit beiden Händen einen Eisbeutel oder eine eiskalte Edelstahl-Thermoskanne aus dem Eisfach nehmen, mit beiden Händen festhalten und die Übung wie folgt regelmäßig durchführen: Bewegen Sie den Kopf langsam vor und zurück (nicht zu schnell, damit keine Nackenverletzungen entstehen). Da unsere Hände nach den Lippen die zweitwichtigsten Sensoren für Kälteempfinden sind, wird dem Gehirn über die Hände signalisiert, dass es so kalt ist, dass die braunen Fettzellen nun erhöht in Aktion treten können.

Durch all diese Methoden kann unsere körpereigene „Heizung“ verstärkt in Gang kommen und zusätzliche Energie durch die gesteigerte Zucker- und Fettverbrennung verbrauchen. In der Ernährungswissenschaft spricht man daher auch gerne vom thermogenen Lebensstil oder frei nach Pfarrer Kneipp „Abhärtung“.

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