Antibiotika: Der Störenfried für unsere Darmflora

Googelt man die Begriffe „Antibiotika + Darm“, so wird man nicht nur mit über 3,5 Mio. Ergebnissen konfrontiert, sondern erkennt, dass dieses Thema scheinbar viele Menschen bewegt wie zum Beispiel auch Dr. Sofia Förslund vomMax-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin.

Antibiotika – das sollten Sie wissen

Spricht man von „Antibiotika“ so meint man Medikamente, die zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt werden. Ihre Funktion liegt in der Hemmung und/oder der Abtötung von „krankmachenden“ Bakterien im menschlichen Körper.

Während bei Pilzen und sog. viralen Erkrankungen wie z.B. bei Grippe oder Masern Antibiotika nicht wirken, wird ein Antibiotikum z. B. häufig bei bakteriellen Krankheiten wie Scharlach oder Lungen-/Mandelentzündungen verordnet.  Die Crux? Nicht nur die vermeintlich krankmachenden Erreger, sondern auch die nützlichen Bakterien, die auf unserer Haut oder unseren Schleimhäuten leben, kommen mit Antibiotika in Kontakt. Die mögliche Folgen sind u.a.:

  • diverse Nebenwirkungen
  • allergische Reaktionen
  • Aufbau von Resistenzen
  • drohende Entwicklung multiresistenter Keime
  • langfristige Schädigung des Mikrobioms

Negative und langfristige Folgen für das Mikrobiom

Die schwedische Forscherin geht am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin den Wechselwirkungen zwischen Mensch und Mikrobiom (Darmflora) auf dem Grund, und untersucht, wie sich Breitband-Antibiotika auf das Zusammenspiel der Darmbakterien auswirkt. Mit ihrem internationalen Team konnte sie in einer Studie aufzeigen, dass sich das Mikrobiom ca. sechs Monate nach der Einnahme von Antibiotika zwar fast erholt hat, aber dennoch nicht ganz, denn: ein paar der früheren Bakterienarten fehlten. “Auch die Anzahl der Resistenz-Gene hatte sich in den Bakterien erwartungsgemäß erhöht“, berichtet Dr. Förslund.

Diesen negativen Einfluss auf das Mikrobiom bestätigte ebenfalls eine Studie des Marine Biological Laboratory in Kooperation mit der Stanford University (Woods-Hole-Studie; Palo Alto, California). So offenbarte die Studie, dass die Teilnehmer vor der Einnahme von Antibiotika 3.300 bis 5.700 unterschiedliche Bakterienarten im Darm hatten. Nach der Einnahme verringerte sich die Anzahl um ein ganzes Drittel. Alle anderen Bakterienarten veränderten sich im quantitativen Verhältnis so, dass eine sog. Dysbakterie bestand.
Die Balance der Darmflora konnte weder innerhalb von vier, noch nach sechs Wochen hergestellt werden, da einige Bakterienstämme sich nicht wieder angesiedelt haben.

Der Balanceakt für unseren Darm

Warum ist nun aber die Vielzahl an Bakterien und das Gleichgewicht in unserem Mikrobiom (= Darmflora) so wichtig?
Um diese Frage zu beantworten, muss man wissen, dass unser Darm im Grunde unser zweites Gehirn ist. Alleine 90 % des viszeralen Nervs befinden sich im Darm und tragen diese Informationen zu unserem Gehirn, dass dieses wiederum als Emotionen interpretiert. Aber auch das Immunsystem befindet sich zu großen Teilen in unserem Mikrobiom: Rund 80 % aller Immunreaktionen laufen dort ab und ca. 70 % der Immunzellen befinden sich in unserem größten Organ.

Aus dem (Darm-)Takt mit Antibiotika

Gerät unsere Darmflora also in Ungleichgewicht, können Darmbeschwerden, Lebensmittelunverträglichkeiten, Übergewicht, Adipositas, Auto-Immunreaktionen, eine Immunsystem-Schwächung und sogar psychische Störungen folgen.

Durch die Einnahme von Antibiotika beginnt nicht selten eine wahrer Teufelskreis: Beginnend mit einer Immunsystemschwächung folgen häufig nach wenigen Wochen Infekte oder Pilzinfektionen, die wiederum mit Medikamenten behandelt werden müssen.

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