Fasten: ein jahrtausendealter Weg als Irrtum der Ernährungslehre?

Was Sie hier erwartet:

  • Innere Reinigung als Voraussetzung langer Gesundheit
  • Heilfasten als gesundheitsschädlicher Diätirrtum
  • Selbstkritik als Brücke zur Versöhnung
  • Der religiöse Urgrund des Fastens
  • Chancen und Bedeutung einer modernen Diätetik

Entgiftungsmechanismen unseres Organismus und seine Grenzen

Tagtäglich nehmen wir über die Nahrung, die Luft oder das Wasser unerwünschte Stoffe auf. Aber nicht nur aus der Umwelt resorbieren wir Schadstoffe, auch durch das Stoffwechselgeschehen selbst entstehen sogenannte Homotoxine, körpereigene Giftstoffe. Nicht zu vergessen die durch die Nahrung zugeführten Säurebildner oder der beim Proteinstoffwechsel entstehende Stickstoffabfall (Graphik). Sie können das pH-Milieu ungünstig beeinflussen und darüber hinaus auch eine ätzende Wirkung in unserem Organismus entfalten.

Ein gesunder und gut funktionierender Organismus hat zahlreiche Möglichkeiten, Schadstoffe, die wir über die Nahrung und die Umwelt aufnehmen oder die im Stoffwechsel entstehen, zu filtern, zu puffern und zu eliminieren. Die Pufferung von Säuren aus dem Hormonstoffwechsel, der Nahrung oder etwa aus übermäßiger sportlicher Aktivität erfolgt über deren Neutralisierung durch Basen. Die so entstehenden Neutralsalze sind ausscheidungspflichtige Stoffe und werden im Idealfall ausgeschleust.

Zu den Ausscheidungsmechanismen gehört atmen, schwitzen, urinieren oder die Ausscheidung über den Stuhlgang. Die wichtigsten dabei beteiligten Organe neben der Haut und der Lunge sind die Leber und unsere Nieren. Unerwünschte Schadstoffe, die nicht ausgeschieden werden, sei es weil wir zu wenig trinken, zu wenig Bewegung haben oder einfach weil zu viele Schadstoffe anfallen, lagert unser Körper in den verschiedensten Bereichen unseres Organismus ab: in Fettzellen, im Bindegewebe, in Muskeln und Knorpeln, in Blutgefäßwänden sowie in den Organen. Diese unerwünschten „Lagerhalden“ an Neutralsalzen und Homotoxinen (der Volksmund bezeichnet sie als Schlacken) belasten unsere Gesundheit und beinträchtigen unsere Lebensenergie.

Seit Jahrtausenden versucht der Mensch in allen Kulturen dieser Welt, seinen Organismus bei dieser Entgiftungsarbeit zu unterstützen. Neben reinigenden Bädern in Heilquellen (mit hohem Potential an ionisierten Mineralien) oder ausleitenden Maßnahmen in Schwitzhütten und Dampfbädern ist eine der bekanntesten Reinigungsprozeduren das Fasten.

Fasten ist ein seit Jahrtausenden scheinbar bewährter Weg der inneren Reinigung. Über eine gezielte Diätetik der radikalen Verringerung von Nahrung wird Fasten als Hilfestellung für den Organismus, abgelagerte Schadstoffe abzubauen sowie zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers verstanden. In jüngerer Zeit wurde der Begriff durch Dr. med. Buchinger sogar zum „Heilfasten“ emporgehoben und vermarktet.

Zahlreiche Formen des Fastens sind aus der Idee Buchingers hervorgegangen, so z.B. auch das „modifizierte Basenfasten“, das zumindest die stark abbauenden Prozesse beim Fasten etwas puffert. Doch ist dies wirklich so? Erreicht man durch eine drastische Verringerung der Nahrungsaufnahme wirklich eine Verbesserung oder Linderung von Leiden? Diabetes oder Rheuma werden häufig genannt. Oder hat nicht vielmehr die Schulmedizin Recht, die in diesen radikalen Formen des Nahrungsentzugs eine Gefahr für die Gesundheit des Menschen zu erkennen glaubt?
 

Selbstkritik als Brücke zur Versöhnung

Um ehrlich zu sein: Auch wenn man der Schulmedizin kritisch gegenübersteht, die Argumente sind erdrückend und entlarven das „Heilfasten“ als Euphemismus – als eine unhaltbare Schönfärberei und als nicht einhaltbares Versprechen. Mit der unkritischen Haltung zum radikalen Fasten und damit zu eigenen, lieb gewordenen, aber eben überholten Ideologien, liefert die so wertvolle Säftelehre (Humoralpathologie) der Schulmedizin eine unnötige Steilvorlage, denn die schulmedizinischen Argumente sind richtig.

Vor allem durch den radikalen Verzicht auf Proteine ist ein massiver Abbau lebenswichtiger, magerer Körperzellmasse zu verzeichnen, und dazu gehört schließlich auch Herzgewebe oder Nierengewebe und nicht nur Muskelmasse, wie sich Faster allzugerne einzureden. Der auf diese Weise verringerte kalorische Grundumsatz (durch Verlust magerer Zellmasse) führt nach dem Fasten wie schon bei Diäten, die ähnlich eiweißarm aufgebaut sind, zum berüchtigten JoJo-Effekt. Die Liste an Ausnahmen von Personen, die nicht Fasten dürfen, ist deshalb auch länger als jene, denen Fasten „erlaubt“ ist. Sollte dieser Umstand alleine nicht schon zu denken geben? (siehe hierzu auch Diätirrtümer)

Doch das ist der harmlosere Teil: Fasten in seinen radikalen Formen ist nicht nur in hohem Maße gesundheitsschädlich, es kann sogar lebensbedrohlich sein. Durch strenges Fasten verursachte oder beschleunigte Todesfälle sind in der Literatur lediglich von Glaesel (1989) und Jentschura (1999) erwähnt. Dabei ist der Immunstatus eines Fastenden bereits nach einer Woche mit dem eines "AIDS-Kranken vergleichbar" (Prof. Dr. Luca-Moretti). Die durch extreme Hungern verursachte Belastung von Leber und Nieren durch zu starke katabole Prozesse ist nur wirklich kerngesunden Menschen mit einem stabilen Kreislauf zumutbar. Und selbst in diesem Fall bleibt radikales Hungern eher eine Mutprobe und Psychostreß - und ohne ärztlichen Rat sollte man dies ohnehin nicht wagen.

Der religiöse Urgrund des Fastens

Fasten selbst ist aus asketischen Beweggründen einer bestimmten religiösen Bestrebung hervorgegangen. Im Zentrum stand die Suche nach und das Einswerden mit Gott – weniger der gesundheitliche Aspekt. Dennoch hat man offensichtlich im Laufe der Jahrhunderte zu erkennen geglaubt, daß der Organismus durch eine drastische Verringerung der Nahrungsaufnahme offensichtlich eine Art Anti-Aging-Effekt und in der Zelle immunsteigernde Abwehrkräfte erzeugt.  Nach neusten Erkenntnissen ist wohl das Gegenteil der Fall.
 
Durch abbauende Prozesse (Fett, Schlacken, Eiweißablagerungen) waren zudem augenscheinlich gesundheitsfördernde Effekte zu verzeichnen, so etwa die Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens. Die Lebensgeister wurden quasi neu geweckt – wirklich? Aber müssen wir nicht vielmehr fragen, ob dieser Blick zu einseitig ist? Was sind die Opfer, die der Organismus im Gegenzug bringen muß, um dieses vermeintliche „Wohlbefinden“, hervorzurufen?
 
Sehen wir doch genau hin: Das „große Glücksgefühl“ beim radikalen Fasten ist das Ergebnis eines latent religiös verankerten "Leidensprozesses", der die Betäubung unseres Gehirns durch körpereigene Opiate (Endorphin) zur Folge hat.  Welche Schrumpfqualen erleidet das nährstoffhungrige, schwer unterversorgte Gehirn, damit es sich durch diese körpereigenen "Stimmungsaufheller" so betäuben muß? Die negativen Effekte und Opfer werden in der eigenen Ideologie oft nicht wahrgenommen.

Anläßlich einer Fastenkur muß der Organismus seinen Stoffwechsel auf einen übersäuernden und ketonbildenden Prozess (Aceton-Geruch in der Nase und Aceton-Geschmack im Gaumen) umschalten, um die Unterzuckerung (hypoglykämischer Status) zu vermeiden. Diese Situation wird von Fastenden als aphrodisierend empfunden, obschon der Körper in dieser harten Auszehrungsphase alle Ressourcen mobilisieren und den Stoffwechsel radikal auf Sparflamme umschalten muß.
 
Der Organismus ist darauf angewiesen, auch in einer Hungersituation handlungsfähig zu bleiben. Ein steinzeitlicher Jäger fand nicht gleich an jeder Ecke eine Grillhähnchen-Bude. Sein Körper mußte in der Lage sein, über mehrere Tage und über weite Strecke hinweg Nahrung zu erbeuten oder zu sammeln. Er konnte nicht gleich nach zwei Tagen ohne Nahrung aufgeben. Der Hunger mußte ihn treiben. Sein Körper begann daher streßinduzierte Stimmungsaufheller zu produzieren, die sowohl das Schmerzempfinden beim Hunger reduzieren halfen als auch die Wachsamkeit für die Jagd erhöhten. Studien haben nachgewiesen, daß bei Fastern ein hoher Anteil an Streßhormonen wie Adrenalin und Cortisol oder Opiate wie Dynorphine zu verzeichnen ist.

Bedarf es also wirklich solch exzessiver Hungerkuren? Bedarf es wirklich der „Heilkraft des Hungerns“, wie es tendenziös beschönigend heißt, um den Alterungsprozeß zu verzögern und Schlacken abzubauen? Oder reicht hier nicht bereits eine Verringerung der Zufuhr an konzentrierten Zuckern / Kohlenhydraten, um den Insulingehalt im Blut ins rechte Lot zu rücken?
 
Bewahrt nicht vielleicht auch die Reduzierung der enormen Kohlenhydratlast – die der frühe Jäger nicht hatte – schon den Organismus vor dem frühzeitigen Verfall? Lösen wir nicht auch mit kleineren aber klugen Schritten des Verzichts abbauende Prozesse aus, die den Körper bei der täglichen Entgiftungsarbeit untertützen? Müssen wir wirklich zwischen den Extremen des orgiastischen Konsumierens und der radikal-leidvollen Askese, der selbstauferlegten Hungersnot wählen?
 
Können wir nicht in einer neuen Mitte den richtigen Weg finden? Kann an die Stelle der Radikalität einer fasteninduzierten Hungersnot, die dem Körper ein extrem verzehrendes, gesundheitsschädliches und manchmal sogar todbringendes Opfer abverlangt, nicht eher die reinigende Kraft des klugen Verzichts treten?

Chancen und Bedeutung einer modernen Diätetik

Wir wollen die große Bedeutung und die Chancen einer schonenden Ernährung ebenso wie den klugen Verzicht bestimmter Formen unserer Nahrung für die Gesundheit und das Wohlbefinden über die Grenzen der Naturheilkunde hinaus vermitteln. Dazu bedarf es des Eingeständnisses von zentralen Fehlern. Die Säftelehre kann sich nicht auf jene Position zurücklehnen, die die Schulmedizin seit Jahrzehnten einnimmt: Wir sind sakrosankt und nur der andere hat Unrecht! Hier sind auch auf Seiten der Erfahrungsheilkunde ein radikales Umdenken und ein versöhnendes Eingestehen zentraler Irrtümer erforderlich.
 
Dies ermöglicht es wiederum der Schulmedizin auf die Naturheilkunde zuzugehen und die Chancen einer nährstoffbasierten Unterstützung und einer modernen Diätetik für die Gesundheit der Menschen zu erkennen. Bislang allerdings hat sie nur kritisiert aber keine Alternativen aufgezeigt. Die Möglichkeiten, durch eine moderne Diätetik gesund zu bleiben oder gar gesund zu werden bleiben ungenutzt.  Die positiven Wirkungen einer Reduktionskost für die Gesundheit und das Säure-Basen-Geschehen werden ausgeblendet. Das Kind wird mit dem Bade ausgeschüttet: Fasten schlecht, Säftelehre falsch! So geht es auch nicht!

An dieser Stelle setzt die dr. reinwald metabolic regulation ®,  unser systemisches Konzept einer intelligenten Diätetik auf der Grundlage neuester ernährungswissenschaftlicher Errungenschaften wie z.B. MAP ® an. Mit allen Vorteilen einer Verdauungs- und Abbauorganentlastung, die einer Reinigung des Körpers zuträglich sind, ermöglicht die dr. reinwald metabolic regulation ® eine optimierte Proteinversorgung, jedoch ohne den Organismus mit Abbauprodukten aus dem Proteinstoffwechsel zu belasten. Erst damit können wir trotz hoher Proteinversorgung sagen: Wer abnehmen oder entschlacken will, muß essen aber zugleich klug verzichten, keinesfalls aber darf er hungern! 

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